Modellbauermeister in den Startlöchern


Anfang der Woche hat an der Holzfachschule Bad Wildungen ein neuer Vorbereitungslehrgang für die Teile I und II der Modellbauermeisterprüfung begonnen. An dem Kurs, der an der zur Holzfachschule gehörenden Bundesfachschule Modellbau durchgeführt wird, nehmen sieben angehende Modellbauermeister teil. Der Lehrgang läuft bis Mitte Juni 2026.


Die Teilnehmer wurden von Schulleiterin und Geschäftsführerin Andrea Belegante sowie Holzfachschul-Dozent und Modellbauermeister Carsten Fritzsching begrüßt. Die fachliche Leitung des Kurses übernimmt Modellbauermeister Norbert Koberstein, der die Klasse während der gesamten Lehrgangsdauer begleitet.


In den kommenden Monaten bereiten sich die angehenden Meister praxisnah auf ihre Prüfung und ihre zukünftige Tätigkeit als Führungskräfte im Modellbauerhandwerk vor. Auf dem Lehrplan stehen unter anderem die Ermittlung des Stunden- und Materialbedarfs für Vorkalkulationen, rechnerunterstützte Techniken wie Rapid Prototyping sowie CAD-, CAM-, CNC-, CAQ- und CAE-Anwendungen. Hinzu kommen Be- und Verarbeitungstechniken von Holz, Kunststoff und Metall sowie die Konzeption von Fertigungs- und Hilfsmitteln für die Einzel-, Klein- und Großserienfertigung.


Ziel des Lehrgangs ist es, die Teilnehmer sowohl fachlich als auch betriebswirtschaftlich zu qualifizieren und sie auf verantwortliche Aufgaben im Betrieb oder auf eine spätere Selbstständigkeit vorzubereiten. Die erfolgreichen Absolventen erhalten ihre Meisterurkunden im Rahmen der Meisterfeier der Holzfachschule Bad Wildungen.


Großzügige Förderung

 

Den angehenden Meistern stehen, wie allen, die eine Weiterbildung im Handwerk anstreben, unterschiedliche Möglichkeiten der finanziellen Förderung offen. Während das Meister-BAföG zum Beispiel vermögens- und einkommensabhängig Hilfen zum Lebensunterhalt – teils als Zuschuss, teils als Darlehen – gewährt, sieht das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) einen 50-prozentigen Zuschuss zu den Lehrgangskosten sowie bei Bestehen der Meisterprüfung noch einmal einen 50-prozentigen Erlass des Darlehensanteils vor. Dadurch werden die Lehrgangsgebühren insgesamt bis zu 75 Prozent bezuschusst.


Zudem werden die Kosten für die Anfertigung des Meisterprüfungsprojekts bis zur Hälfte der notwendigen Kosten und maximal 2.000 Euro übernommen. Bei einer Existenzgründung innerhalb von drei Jahren nach der Meisterprüfung wird der gesamte Darlehensanteil darüber hinaus in einen Zuschuss umgewandelt.


Meisterschüler an der Holzfachschule erhalten in der Regel auch großzügige Zuschüsse von ihrem Bundesland. Die sogenannte „Meisterprämie“ beträgt beispielsweise für Teilnehmer aus Hessen 3.500 Euro. Auch die meisten anderen Bundesländer schütten „Meister-Extras“ oder Aufstiegsboni aus. Die Länderzuschüsse sind allerdings in vielen Fällen an bestimmte Bedingungen bezüglich Wohn- und Arbeitsort geknüpft.

Download
250106_MOD-Meisterkurs.jpg
JPG Bild 5.6 MB