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Projekt „Gescheites Brennholz“

Fortbildungen für Beschäftigte in der Brennholzwirtschaft

von Dipl. Holzwirt Georg Krämer, Leiter Technologie Transferstelle an der Holzfachschule Bad Wildungen,

Tel.: 05621 7919-56, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie herzlich ein zu den Brennholzseminaren in der Holzfachschule: im Projekt „Gescheites Brennholz“, die von der Brennholzwirtschaft vorgeschlagen wurden:

Modul 1: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Brennholzbetrieb               04.03.2013 

Modul 2: Trocknung und Feuchtemessung von Scheitholz,                                        05.03.2013 - 06.03.2013

Modul 3: Normung, Messtechnik, Qualitätssicherung von Scheitholz,                    07.03.2013 - 08.03.2013

Die Seminare wurden von der Holzfachschule (Projektträger) in Kooperation mit dem Bundesverband Brennholzhandel und –produktion e.V. (BuVBB) im geförderten Projekt „Gescheites Brennholz“ entwickelt. Die erfolgreiche Teilnahme wird mit einem Zertifikat bescheinigt und gilt als Fortbildung für Mitglieder des BuVBB e.V. sowie der RAL-Gütegemeinschaft Brennholz e.V.

Die Seminare sind für abhängig Beschäftigte aus hessischen Brennholzbetrieben kostenfrei. Sie werden durch zahlreiche praktische Übungen, Seminarunterlagen, Checklisten, Folienvorträge, Messtechnik und Exponate sowie Diskussionen abwechslungsreich und praxisgerecht gestaltet.

Zu jedem Seminarmodul wird ein Erfahrungsaustausch organisiert. Alle Teilnehmer erhalten nach Abschluss des Projektes eine Wissens-DVD mit Lehr- und Imagefilm über die Brennholzwirtschaft.

In 2010 haben bereits 25 Beschäftigte aus Brennholzbetrieben erfolgreich teilgenommen. In fünf Betrieben wurden mit dem Wissen aus den Seminaren Investitionen in Trocknungstechnik oder eine Optimierung des Produktionsprozesses ausgelöst.

 

Beschreibung Projekt "Gescheites Brennholz"

Ziel des Projektes „Gescheites Brennholz“ ist es, praxisorientierte Lehrgänge und
Informationen für Arbeits- und Gesundheitsschutz, Trocknung und Feuchtebestimmung
sowie Qualitätssicherung von Brennholz (hier: Scheitholz und stückiges naturbelassenes
Industrierestholz) zu entwickeln und für Arbeitnehmer aus hessischen Brennholzbetrieben
zu erproben. Statistische Daten und Berufsbildungsmaßnahmen sind bisher nicht bekannt.
Zur Erfassung des Qualifizierungsbedarfes war daher zunächst eine umfangreiche
Adressenrecherche und Branchenbefragung erforderlich.

Daten zu Brennholzbetrieben, deren Beschäftigten und Verkaufszahlen von Brennholz
liegen kaum vor. Lediglich Brennholz-Verbrauchszahlen von HICK / MANTAU 2008 weisen
aus, dass in Deutschland inzwischen ca. 20 Mio. m³ (fm) an Scheitholz jährlich für
Raumwärmeerzeugung verbrannt werden. Nach MANTAU / SÖRGEL waren es in 2005 ca.
16,7 Mio. m³ (fm).
Man kann davon ausgehen, dass ca. 60 % des jährlichen Brennholzverbrauches auf
Selbstwerber und ca. 10 % auf importiertes Brennholz entfallen. Aus Befragungsergebnissen
hessischer Brennholzbetriebe zur produzierten Jahresmenge und dem auf
Hessen entfallenden Jahresverbrauch an Scheitholz kann rechnerisch grob abgeschätzt
werden, dass es etwa 560 Brennholzbetriebe in Hessen gibt, die Scheitholz gewerblich
produzieren bzw. damit handeln.

Die befragten hessischen Brennholzbetriebe (Rücklauf n=50) sind entweder Mitglied in der
Land- u. Forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (BG) oder in der Holz-BG. Meist
handelt es sich um inhabergeführte Betriebe im Nebenerwerb oder mit zusätzlichem
Geschäftsfeld, die einen Familienangehörigen und / oder eine Aushilfskraft in Teilzeit oder in
Vollzeit beschäftigen. Gleichwohl gibt es auch hoch mechanisierte hauptgewerbliche
Brennholzbetriebe mit großer Produktionskapazität. Mehr als die Hälfte der Betriebsinhaber
ist Geselle oder Facharbeiter, ¼ ist Meister. Die durchschnittliche Jahresmenge pro Betrieb
beträgt knapp 1800 srm. Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe produziert / handelt
zwischen 200 bis 700 srm pro Jahr, ¾ der Betriebe macht ca. 200 bis 1500 srm pro Jahr.
Etwa 2/3 des Scheitholzes wird trocken und ca. 1/3 nass verkauft. Knapp 2/3 des
Scheitholzes wird in srm und ca. 1/3 in rm angeboten.

Aus den Rückläufen wurde der Bedarf von drei Fortbildungsmodulen sowie ein Lehr- und
Imagefilm über die Brennholzwirtschaft hergeleitet, der in einem Arbeitskreis aus hessischen
Brennholzbetrieben, Vertretern des Bundesverbandes Brennholzhandel und –produktion
e.V., Holzfachschule Bad Wildungen und Institut für Brennholztechnik konkretisiert wird:
Modul 1: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz im Brennholzbetrieb: Anhand einer
Gefährdungs- und Arbeitsbereichsanalyse werden die Teilnehmer auf mögliche Gefahren
an Maschinen sowie bei Fahrzeugen und Vorrichtungen im Brennholzbetrieb hingewiesen.
Die Teilnehmer werden unterwiesen im Umgang mit Motorsäge, Sägespaltmaschine, Kran,
Stapler und Trockner sowie bei der Manipulation und Stapeln von Stamm- und Brennholz.
Modul 2: Trocknung und Feuchtemessung von Scheitholz: Die Teilnehmer lernen
Grundlagen der natürlichen und technischen Brennholztrocknung kennen und können den
Trocknungsprozess mit einfachen Mitteln steuern. Sie können an einzelnen Scheiten die
Holzfeuchte zu Beginn und am Ende der Trocknung mittels Darrprobe und elektrischem
Messgerät nachvollziehbar bestimmen und Kunden vermitteln.
Modul 3: Normung, Messtechnik und Qualitätssicherung von Scheitholz: Die
Teilnehmer lernen Regeln, Messtechnik und Einflüsse der prozess- und produktbezogenen
Qualitätssicherung kennen und können diese für ihre betrieblichen Anforderungen
anwenden. Sie können Feuchtemessgeräte vergleichen und beurteilen sowie
Brennholzmengen nachvollziehbar ermitteln und Kunden Qualitätsunterschiede vermitteln.
Film über die Brennholzwirtschaft: Die wesentlichen Inhalte zu den o.g. Module und der
gesamte Produktionsprozess sollen jeweils in Kurzfilmen dargestellt werden. Der Brennholzfilm
wird durch Sponsoren finanziell unterstützt und über deren Vertriebswege verbreitet.
AK1
Abb. 1: Erste Arbeitskreissitzung zum Thema „Arbeitssicherheit und
Gesundheitsschutz“ am 29.06.2010 im Energiewerk Laubach. Von links: Timo Dörr,
René Kleinlein, Klaus, Egly, Dr. Ernst Kürsten / Foto: Georg Krämer

Zu jedem Lehrgang wird ein Fachkundeheft sowie ein Übungsheft entwickelt und erprobt.
Hier ein Beispiel für eine Übung zur Bestimmung der zu trocknenden Wassermenge aus
einem Scheit oder einer Charge:

Wie viel Wasser muss aus einem Holzscheit verdunstet werden, bis er lufttrocken ist?
Holzscheit
 Folgende Arbeitsschritte führen zur Lösung:
 a) Wiegen des Scheites, z.B. 2375 g
 b) Schätzung der Anfangs-Holzfeuchte, z.B. 50 %
 c) Festlegung der End-Holzfeuchte im lufttrockenen
 Zustand (u = 18 bis 22 %, im Mittel 20 %)
 d) 2375 g / (100 % Holz + 50 % Wasser) x 100 % = 1583
 g Holz absolut trocken
 e) 1583 g x (100 % Holz + 20 % Wasser) / 100 % = 1900
 g Holz lufttrocken
 f) 2375 g – 1900 g = 475 g Wasser

Abb. 2: 475 ml Wasser müssen aus einem normal großen Scheit mit 50 %
Anfangsholzfeuchte getrocknet werden, bis er lufttrocken ist. / Foto: IBT-Krämer

Die praxisorientierten Lehrgänge mit kurzem Theorieteil und umfangreichen Übungen
dauern jeweils 2 Tage und werden mit maximal 10 Teilnehmern in der Holzfachschule Bad
Wildungen durchgeführt. Arbeitnehmer aus hessischen Brennholzbetrieben können im
Rahmen der Projektförderung kostenlos teilnehmen. Für Betriebsinhaber und Arbeitnehmer
aus anderen Bundesländern kostet jeder Lehrgang 295,00 €. Darin enthalten sind Seminar,
Unterlagen, Verpflegung und Tagungsgetränke.
Betriebsinhaber, die einen Mitarbeiter zur Teilnahme an einem der drei Fortbildungsmodule
entsenden und selbst teilnehmen möchten, sowie Betriebe des Bundesverbandes
Brennholzhandel und -produktion e.V. erhalten einen Rabatt von 25 %.
Jeder Lehrgang wird als Fortbildung im Sinne der Satzung des Qualitätszeichens des
Bundesverbandes Brennholzhandel und –produktion e.V. anerkannt (Teilnahmebescheinigung).


Autor
Georg Krämer ist Tischler, Diplom-Holzwirt und arbeitet als Berater für Innovation und
Technologie. Seit 1999 leitet er die Technologie-Transferstelle für Holzwirtschaft, Handwerk
und Umweltschutz an der Holzfachschule Bad Wildungen. 2007 hat er das Institut für
Brennholztechnik gegründet für angewandte Forschung und Entwicklung und
Qualitätssicherung von Brennholz.

 

Seminarflyer Gescheites Brennholz Module I-III